Hier eine der Geschichten:

Der Mönch der seinen eigenen Weg betrat und darin seine Erfüllung fand.

Es war einmal die unumstößliche Meinung eines Mönches – der von sich glaubte – die Weisheit gefunden zu haben, nach der alle Menschen suchten – und sie nicht finden konnten.
Dieser Mönch war ein Nachfahre von LaoTse– und er dachte, aus dieser Abstammung heraus ein Wissen zu haben – das dem aller anderen weit überlegen war.
Er war ein Mönch, der nur aus dieser Weisheit sein Wissen und Denken bezog – und eines Tages wurde er vor eine Prüfung gestellt – mit der er nicht gerechnet hatte, und die ihm Aufgaben vorlegte – an denen er mit seinem übernommenen Glauben zu scheitern drohte.
Er glaubte an die Vielfältigkeit des Geistes – und an seine Kraft, mit Hilfe seines Denkens und Wissens alle Probleme zu lösen, die sich ihm und anderen in den Weg stellten.
Nun – so war es nicht verwunderlich – dass er eines Tages an eine Wegkreuzung kam, an der er nicht weiter wusste.
Es war eine Wegkreuzung – die ihm vielerlei Rätsel aufgab – und die Wege schienen verschlungen zu sein, wie er es zuvor noch nicht gesehen hatte.
Er rief nach den Geistern seiner ehemaligen Freunde und Weggefährten – die ihn bis dahin immer gut beraten hatten.
Aber niemand kam – und es war auch keine Stimme zu hören, und es war auch niemand zu sehen – den er bitten konnte, ihm zu helfen.
So saß er nun da und wusste nicht, was er tun sollte.
Sollte er einen Weg einschlagen, der ihm bekannt vorkam – oder sollte er erst einmal prüfen – was auf den Schildern stand, die den Wegesrand säumten, an einem Weg – der eher nach Abgrund aussah, als nach einem Weg – der einen in eine schöne Gegend bringen würde.
Wieso hatte er nicht schon vorher daran gedacht, seinen Weg zu prüfen – bevor er hierhergegangen war.
Nun saß er hier – und wusste nicht mehr weiter.
Wie leichtsinnig hatte er gedacht – alles meistern zu können, was ihm in der Welt begegnen würde.
Wie fahrlässig hatte er gehandelt – als er dachte, das würde schon alles gehen.
Nun saß er hier – ganz allein und verloren fühlte er die Einsamkeit eines Weges in sich aufsteigen, den er einst gewählt hatte, in der irrigen Annahme, alles würde ganz leicht von statten gehen.
Nichts unterbrach die Gedanken des Mitleids mit sich selber und das Gefühl des Verlassen-Seins.
Nichts half ihm über den Verlust hinweg, dem er sich anvertraut hatte, als er beschloss, seinen Weg ganz alleine zu gehen.
Aber es war ein Weg voller Schilder von Freunden und Verwandten – von Hinweisen und Warnungen vor Gefahren, in die er sich nicht begeben sollte.
Es war ein Weg voller Blüten und allerlei fremder Tiere die ihm begegneten – und mit denen er sogar sprechen konnte – und Unterhaltungen führen, sodass ihm nie langweilig wurde, obwohl er ganz allein auf diesem Wege war.
Schon bald kam er in eine Stadt aus fremden Gebäuden – denen er aber nichts abgewinnen konnte, und so zog er weiter – immer weiter, auf seinem Weg der Einsamkeit.
Aber etwas war dabei geschehen – was er gar nicht gemerkt hatte.
Er war gar nicht so einsam – wie er gedacht hatte, obwohl auch viele der Schilder – die ihm vor geraumer Zeit noch Trost geschenkt hatten, auch schon nicht mehr da waren.
Es war ein Weg in die Einsamkeit, wie der Mönch es sich vor langer Zeit gewünscht hatte.
Aber es war kein Weg der Kargheit.
Es war ein Weg – der Wünsche erfüllte und voll war von sprechenden Tieren und Geheimnissen, die man sonst nicht finden konnte.
Man musste ihn nur gehen, um herauszufinden, dass jede Angst vor dem Abgrund, der Trauer und der Einsamkeit – wie wir sie kennen, völlig unbegründet war.
Es war ein Weg – der einem die Wünsche erfüllte, die tief im Innersten lagen, und die nicht einfach so herumlagen, damit man nicht auf sie trampeln konnte.
Welcher Weg war es denn, den der Mönch gegangen war?
Es war der Weg seiner Wünsche – die er selbst vorher nicht gekannt hatte – und auf dem ihn niemand, außer er selbst begleiten konnte.
Nur im Innersten trug er die Stimmen seiner Freunde und Familie, jener guten Lehrer und aller, die zu seinem Weg gehörten.
Und sie sprachen ihm Mut zu und Freude darüber – dass er seinen Weg gegangen war, auch wenn er alleine war.
Gehe auch du den Weg deiner Träume und den Weg, der dir deine Wünsche erfüllt – und scheue dich nicht, ihn zu betreten, auch wenn du alleine bist.
Das war die Geschichte des Mönchs, der seinen eigenen Weg betrat – und darin seine Erfüllung fand.
Hut ab – viel Glück für die Zukunft.
Wir – die Geschichtenschreiber der Zukunft warten auf dich – in voller Erfüllung deiner Wünsche und Träume.
Hut ab – FERTIG!